Christliche Spiritualität in der Managementpraxis

Ein interdisziplinäres Team aus der Welt der Wissenschaft und der Führungspraxis hat sich in Würzburg konstituiert, um Fragen zum Transfer christlicher Spiritualität in die Managementpraxis zu diskutieren und zu bearbeiten. Erster konkreter Arbeitsschritt der Forschungsgruppe ist die Entwicklung eines multikontextuell einsetzbaren Befragungs- und Diagnoseinstruments, das über Verhaltensprägungen und Haltungen Aussagen zur Bedeutung der Spiritualität im Berufsleben ermöglicht und eine erste Diagnose stellt, welche besonderen Ressourcen aufgrund dieser spirituellen Prägung vorhanden sind. Das Team verspricht sich davon, besser zu erkennen, welche Ressource christliche Spiritualität für die Berufspraxis darstellt, um Ansatzpunkte für die positive Gestaltung der Managementpraxis zu finden.

Die Netzwerkinitiatoren zu Gast an der FHWS (von li.): Michael Zirlik (Projektleiter „Unternehmenskultur“, Diakonie Neuendettelsau), Kristian Furch (Partner bei LeadershipPartners), Associate Professor Dr. Olof Brunninge (Jönköping International Business School, Schweden), Dr. Reinhardt Schink (Manager in einem weltweit agierenden Versicherungskonzern), Matthäus Wassermann (Evangelische Studentengemeinde Würzburg, Hochschulpfarrer), Markus Warode (IUNCTUS Kompetenzzentrum für christliche Spiritualität, Philosophisch-Theologische Hochschule Münster), Gastgeber Professor Dr. Harald Bolsinger (Dekan Fakultät Wirtschaftswissenschaften an der FHWS, Würzburg), Professor Dr. Harald Jung (Dekan für Hochschul- und Forschungskooperationen an der Internationalen Hochschule Liebenzell), Professor Dr. Arndt Büssing (Institut für Integrative Medizin an der Universität Witten/Herdecke)

Die Beteiligten kommen aus den Fachgebieten Medizin, Psychologie, Ethik und Wirtschaftsethik, Theologie, Organisations- und Unternehmensentwicklung, Strategische Unternehmensführung, Coaching und Führung. Aus der wissenschaftlich interdisziplinären Herangehensweise und der gezielten Berücksichtigung praxisorientierter Erfahrung verspricht sich der Forschungskreis im Ergebnis ein angewandtes Forschungsinstrument, das in der Führungs- und Managementpraxis praktisch nutzbare Erkenntnisse generiert sowie Vergleiche innerhalb von konfessionellen Prägungen und mit nichtchristlicher Spiritualität zulässt. Ergebnis der Tagung ist ein erster umfangreicher Fragebogen mit unterschiedlichen Modulen, der in einem weiteren Schritt unter Federführung von Professor Dr. Arndt Büssing durch die Gruppe praxisorientiert verdichtet wird. Nach einer ersten Testphase soll das Messinstrument für größere Forschungsprojekte zur Verfügung stehen.

Der Würzburger Gastgeber Dekan Professor Dr. Harald Bolsinger betont: „Wer die Verbindung zum Heiligen aufgrund eigener Erfahrung selbst in Worte fassen und mit wissenschaftlicher Distanz professionell betrachten kann, hat einen Erfahrungsschatz, der für das gemeinsamen Vorhaben äußerst wertvoll ist!” Ansprechpartner für die Moderation und gegenseitige Sichtbarkeit der Gruppe ist Markus Warode vom IUNCTUS – Kompetenzzentrum für Christliche Spiritualität der PTH Münster (iunctus).