Mit Werten in Führung gehen: Dienende Leiterschaft.

Workshop  für Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger im Netzwerk “Würzburg: Werte-voll!”  mit Dr. Mathias Hartmann (Diakonie Neuendettelsau) und Prof. Dr. Harald Bolsinger im IGZ Würzburg zu Besonderheiten des Servant Leadership in Theorie und Praxis.

Zusammenfassung:

 

Rückschau zum Thema Servant Leadership 05/2014

 

 

Ehrengast war Dr. Mathias Hartmann mit dem Thema “Dienend führend – ein Widerspruch in sich? Servant Leadership in der Praxis.” Nach kurzer Einführung durch Prof. Dr. Bolsinger unter Bezug auf den aktuellen Gallup Engagement Index (nur 16% der Arbeitnehmer haben eine  hohe emotionale Bildung zu ihrem Unternehmen) und konventionelle Führungskultur in deutschen Unternehmen, führte Dr. Hartmann in das für den deutschsprachigen Raum noch relativ unbekannte Führungsmodell dienender Führung ein. Nach der Definition von Führung und dienender Führung, stellte der Referent fünf Prinzipien des Servant Leadership besonders heraus:

a) auf die Stärken setzen

b) Wegbahner sein

c) die Latte höher hängen

d) die Pyramide auf den Kopf stellen

e) einem großen Ziel verpflichtet sein

 

Dr. Hartmann berichtete aus seinem Führungsalltag und erläuterte Führen durch Werte in seiner Organisation der Diakonie Neuendettelsau anhand der Leitlinien „Christlichkeit, Professionalität, Wirtschaftlichkeit“. Führung in diesem Kontext bedeutet unter anderem Wertschätzung, Innovationen zu fördern, Freiheit und persönliche Verantwortung sowie Handlungssicherheit zu geben. Eine der im Anschluss zahlreichen diskutierten Fragen war die Sinngebung der Arbeit für Führungskräfte und Mitarbeiter: „Wem oder was dient das Unternehmen?“ Deutlich wurde das an der Frage, ob Umsatz- und Marktanteilsziele sinnstiftende Wirkung für die Mitarbeiterschaft darstellen können oder nicht.

 

Im Praxisteil reflektierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ihre eigenen Möglichkeiten dienend zu führen. Folgende Kernpunkte haben sich dabei ergeben:

 

Ich-Ebene:

a) Selbstreflexion

b) Gesundheit, Life-Balance, Limitationen beachten

c) authentisch – ehrlich – Schwächen erkennen

 

Mitarbeiter-/Kunden-Ebene:

a) Bedürfnisse klären

b) Stärken entwickeln

c) Empathie – Zuhören – Verständnis – Ehrlichkeit – Vertrauen

 

Umwelt:

a) Der Mensch steht im Mittelpunkt

b) eigenes Tun in den Dienst der Stakeholder stellen

c) keine Gleichgültigkeit – Nachhaltigkeit – Mehrwert schaffen

d) persönliche Befindlichkeiten hintanstellen und realistische Ziele definieren